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Schilddrüsenunterfunktion

Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) gehört zu den am häufigsten vorkommenden hormonellen Erkrankungen. Die angeborene Schilddrüsenunterfunktion kommt nur 1-mal bei 3000 Geburten vor, die erworbene findet sich in Deutschland jedoch bei zwischen 4 und 9 % der Erwachsenen bis 50 Jahren und ab diesem Lebensalter sogar bei bis zu 26% der Bevölkerung. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Ursachen einer erworbenen Schilddrüsenunterfunktion sind:

  • meist eine chronische, Gewebe zerstörende Entzündung der Schilddrüse, die autoimmun bedingt ist (Hashimoto Thyreoiditis)
  • extremer Jodmangel
  • Medikamente, welche die Schilddrüsenhormonsynthese stören (u.a. Lithium, Glukokortikoide)
  • radikale Operation der Schilddrüse (Thyreoidektomie) , Radiojodbehandlung, „überschießende“ Behandlung mit Thyreostatika
  • selten Hypophysentumoren oder -schädigung

Die Schilddrüse reguliert sehr viele Stoffwechselvorgänge. Lässt sie in ihrer Leistung nach, entstehen vielfältige und diffuse Symptome, die oft schleichend beginnen (Müdigkeit, Antriebslosigkeit, depressive Verstimmungen und allgemeines Kälteempfinden). Daher diese von den Betroffenen u. U. nicht ernst genommen und durch Stress und Überbelastung erklärt. So kommt es vor, dass Schilddrüsenerkrankungen oft erst spät erkannt werden. Eine rechtzeitige Behandlung der Schilddrüse ist jedoch nötig, um Langzeitschäden- besonders an Herz, Kreislauf, den inneren Organen und Gehirn zu verhindern.
Schauen Sie sich bitte die nachfolgenden Fragen an. Wenn Sie mehr als 5 bejahen können, sollten Sie Ihre Schilddrüse von einem Arzt Ihres Vertrauens untersuchen lassen.

Leiden Sie unter…

  • Haarausfall, besonders des äußeren Drittels der Augenbrauen und oder der Wimpern?
  • trockener, schuppiger Haut?
  • trockenem, strohigen Haar?
  • dünnen, brüchigen Fingernägeln?
  • vermindertem Schwitzen?
  • Intoleranz gegenüber Kälte?
  • einigen Kilos zu viel, die Sie nicht loswerden können?
  • Darmbewegungen weniger als 1-mal täglich oder dem Gefühl sich nicht vollständig entleert zu haben?
  • langsamen Puls (weniger als 60 Schläge pro Minute)?
  • Müdigkeit, besonders morgens?
  • Lethargie?
  • Konzentrationsproblemen, trägen Gedanken?
  • langsamen Reflexen, verlangsamter Reaktion, Apathie?
  • Depression oder Stimmungsschwankungen? Haben Sie ein Antidepressivum bekommen, aber sind immer noch nicht Sie selbst?
  • wiederkehrenden Kopfschmerzen?
  • Muskel- oder Gelenkschmerzen oder niedrigem Muskeltonus?
  • Karpaltunnelsyndrom?
  • Kribbeln in den Händen oder Füßen?
  • langsamer Sprache oder einer rauen, zögerlichen Stimme?
  • vergrößerter Zunge?
  • geringer Libido?
  • starker Menstruation oder Regelbeschwerden?
  • Unfruchtbarkeit oder Fehlgeburten? Hatten Sie Frühgeburten?
  • Flüssigkeitsansammlungen am Körper oder geschwollenen Knöcheln?
  • hohen Cholesterinwerten?
  • vergrößerter Schilddrüse oder Kropf (Schwierigkeiten beim Schlucken)?
  • gibt es Schilddrüsenprobleme in der Familie?

Bei einem Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion werden zur Diagnostik die Schilddrüse abgetastet, eine Blutuntersuchung der Schilddrüsenhormone und eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. 

Bestätigt sich der Verdacht einer Unterfunktion, wird mit einer Hormonersatztherapie (L-Thyroxin) begonnen, unabhängig von der Ursache der Erkrankung. Damit ist die Krankheit sehr gut behandelbar. Die Therapie muss meistens ein Leben lang eingehalten werden. Es dauert in der Regel einige Monate, bis die nötige zugeführte Menge an Schilddrüsenhormone genau eingestellt ist.
Osteopathische Behandlungen können helfen, die Stoffwechsellage insgesamt zu unterstützen und die Durchblutung der Schilddrüse und damit ihre Restfunktion zu verbessern. Dadurch ist es manchmal möglich, die Menge der Schilddrüsenhormone (nach Absprache mit dem behandelnden Arzt) zu reduzieren und die Einstellung auf die Hormonersatztherapie zu erleichtern.
Zusätzlich gibt es aus der orthomolekularen Medizin verschiedene Mineralien und Spurenelemente, die sich förderlich auf die Schilddrüsentätigkeit auswirken, wie in Studien nachgewiesen werden konnte. Bei einer Unterfunktion kommen Selen, Zink, Kupfer, Jod oder Eisen infrage. Am besten lassen Sie sich non einem naturheilkundlich orientierten Arzt oder Heilpraktiker beraten.
Es gibt auch einige Umweltstoffe, die sich als schädlich für die Schilddrüse herausgestellt haben. Dazu zählen u.a. Bisphenol-A (BPA), ein Ausgangsstoff bei der Herstellung von Kunststoffen, und Quecksilber. Bei einer Glutenunverträglichkeit steigt die Wahrscheinlichkeit einer Schilddrüsenunterfunktion um ein 3-faches.

Noori Mitha
Hamburg
http://dx.doi.org\10.1055\s-0042-101266
Deutsche Zeitschrift für Osteopathie

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